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Pressemeldung 29.07.2006 in
der Hohenloher Zeitung |
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48 Erzieherinnen qualifizieren
sich in Öhringen weiter.
Bio, Physik und Mathe am Kindergarten.
Von Michael Schwarz |
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Ein winziges Stückchen Seife
treibt das Korkschiffchen an: Der Untersteinbacher Kindergarten ist einer
von elf Hohenloher Modellkindergärten, deren Erzieherinnen Zusatzqualifikationen
im Bereich Naturwissenschaften erworben haben.
Insgesamt 27 Frauen bildeten
sich an der Fachschule für Sozialpädagogik
an der Richard-von-Weizsäcker Schule in Öhringen im naturwissenschaftlichen
Bereich weiter. Neben ihnen erhielten weitere 21 Erzieherinnen ihre Zeugnisse
aus den Händen von Schulleiter Helmut Albrecht. Der Grund: Sie erwarben
Zusatzqualifikationen im Bereich der Sprachförderung.
Experimente zum
Stromkreislauf, Zahlendörfer und Besuche von Physikausstellungen – seit
zwei Jahren wurde an den Hohenloher Modellkindergärten versucht, den
Kindern naturwissenschaftliche Zusammenhänge schon in frühen
Jahren näher zu bringen. Initiator des Projekts waren die Öhringer
Fachschule, Kommunen und Kirchen als Kindergartenträger und die Innovationsregion
Kocher & Jagst.
„Ich bin froh, dass die Erzieherinnen, damit
ein Beispiel setzen“, sagte Kurt Finkenberger, Geschäftsführer
der Innovationsregion. „Die Kinder beschäftigen sich mehr mit
naturwissenschaftlichen Themen. Dadurch lernen sie vieles, was sie sonst
nicht beigebracht bekommen“, betonte Katrin Hille von Transferzentrum
für Neurowissenschaften (ZNL).
Die Ulmer Wissenschaftler begleiteten den Modellversuch zwei Jahre lang. „Die
Kinder wurden spielend an naturwissenschaftliche Zusammenhänge herangeführt.
Dadurch verbesserten sie vor allem ihre sozialen Fähigkeiten“,
erklärte Forschungsleiterin Hille.
In einer Umfrage, so die Wissenschaftlerin,
hätten die Kursteilnehmerinnen
allerdings zugegeben, dass ihre Angst vor Überforderung durch die
vielen Neuerungen zunimmt. Für die Frauen haben sich die vergangenen
zwei Jahre trotzdem gelohnt, wie sie nach der offiziellen Zeugnisübergabe
bestätigten. „Durch unsere Experimente waren die Kinder total
verrückt nach Zahlen. Ein Kind brachte mir sogar einen Stein, der
aussah wie eine Eins“, sagte Bettina Carle vom Kindergarten in Neuenstein.
Von dort erwarben jeweils zwei Frauen naturwissenschaftliche und sprachliche
Zusatzqualifikationen. Auf einem Laptop zeigten die Neuensteiner, wie sie
ihren Kindergarten umbauten: Eine Werkzeugwand und ein Montagetisch flimmerten über
den Bildschirm. „Vor allem die Jungs sind von Werkstätten
und Baustellen begeistert“,
erklärte Karin Kaufmann. Sie unterrichtete die Erzieherinnen in dem
Bereich Physik und Technik.
Die Schule plant schon ein neues Programm: MINT – Mathe,
Information, Naturwissenschaften und Technik – wird nach den Sommerferien
eine Online-Plattform für Erzieherinnen eingerichtet. Wollen sie sich
dann informieren, benötigen sie vor allem eines: Einen Internetzugang. |
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